...

...

Sonntag, 1. Oktober 2017

Knopfrock von Lumali

Hallo Ihr Lieben,
gestern hatte ich den ganzen Tag Schulfest.
Und auf eben diesem Schulfest kam es zu einem überraschenden Wiedersehen. Zwei Schüler meiner allerersten Klasse standen auf einmal vor mir.
Gestartet waren wir im Jahr 2001 in Klasse 5.




Damals war mir noch gar nicht so klar, dass ich in diesem Jahr rein "lehrertechnisch" das Paradies erleben durfte. Die Renovierung unseres eigentlichen Schulgebäudes war noch nicht abgeschlossen, sodass unser Jahrgang für ein Jahr in die benachbarte Grundschule (lustigerweise übrigens jetzt die Schule meiner Jungs) outgesourct wurden.




Da die Schule gleich fünf Klassen nur schlecht unterbringen konnte, fand sich meine Klasse am Ende des Schulhofs in einem eigenen Pavillon wieder. Ein Riesenglück.




Wir hatten zwei großzügige Räume für uns und dazu noch ein recht großes Brachgelände hinter dem Pavillion. Eine der ersten Ansagen an die Eltern: Bitte geben Sie Ihren Kindern Gummistiefeln mit. Gefühlt haben wir uns wie in einer kleinen Zwergschule auf dem Dorf. Ein vollkommen eigenständiger Kosmos.




Im Pavillion haben wir gespielt, Discos veranstaltet, sogar zusammen gekocht. Auf dem Außengelände Steinzeitbehausungen nachgebaut. Irgendwie gab es damals noch sehr viel Raum, um zusammen Dinge zu erleben, die nicht mit dem eigentlichen Lehrplan zusammenhingen. Es war eine besondere Zeit und definitiv eine besonders schöne.




Aber auch als wir dann ins neue Gebäude umgezogen waren, behielt die Klasse ihren besonderen Charakter. Die Kinder zogen ganz eigenständig einen großen Kakaoverkauf auf dem Schulhof auf, der dann leider zur Konkurrenz des hausmeisterlichen Kiosks wurde und weichen musste.




Und es gab besonders liebenswerte Schüler: Einer zum Beispiel verschönerte über eine lange Zeit seinen Schultisch und unsere Klasse mit Blumenschmuck. Kein Wunder, dass er heutzutage Florist ist.




Es war meine erste integrative Klasse und ich bin froh, dass es mich damals in diese Sparte verschlagen hat. Die Klasse habe ich damals mit eine ganz wunderbaren Sonderpädagogin geleitet, die mir ganz viel über das Lehrersein beigebracht hat, einfach indem sie es vorgelebt hat.




Das damals war eine sehr intensive Zeit, die ich heute - ehrlich gesagt - mit meinen drei Kindern so auch gar nicht mehr leben könnte. Aber ich bin sehr dankbar über diese Erfahrung. Es hat mein Lehrerbild schon sehr geprägt. Dieser Job kann einfach nur über das Zauberwort "Beziehung" laufen.




Auch im Moment habe ich eine ganz wunderbare Klasse, die mir sehr am Herzen liegt. Nur sind diese Schüler auch bereits in Klasse 9 und werden uns in eineinhalb Jahren wieder verlassen. Dann startet es wieder von neuem.




Wie finde ich jetzt nur von diesem Exkurs zu meinen Bildern? Vielleicht könnte ich schreiben, dass ich es immer wichtig fand, als Lehrer authentisch zu bleiben, entspannt und auch zu seinen eigenen Fehlern zu stehen. Zu dieser entspannten Grundhaltung passt auch mein neuer Rock, der Knopfrock von Lumali.




Schnell genäht und sehr relaxed und trotzdem besonders, wie ich finde. Ich mag ihn auf jeden Fall sehr.
Ich bin mir sicher, dass er mich mit Leggings oder Strumpfhosen auch perfekt durch Herbst und Winter begleiten wird.
Vernäht habe ich hier übrigens die linke Seite eines Jeansstoffs, die ich komischerweise so oft schöner finde als die eigentlich richtige.

Vielleicht passt das ja auch zum Lehrerberuf, dass man wahre Schönheit manchmal dort findet, wo man sie gar nicht vermutet hätte.



Und jetzt ab damit zu RUMS.

Kommentare:

  1. Der Rock ist großartig und die Geschichte aus der Schule klingt total schön. So eine Schulzeit würde ich meinen Kindern auch wünschen.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo,
      ich meinen Kindern auch. Aber auch für mich war diese Zeit in 18 Jahren als Lehrerin ziemlich einmalig, weil wir dort eben einen so großen Freiraum hatten. Das hätte ich sehr gern wieder.

      Alles Liebe
      Anik

      Löschen