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Montag, 23. Oktober 2017

Kuschel-Minna von Fadenkäfer

Hallo Ihr Lieben,
auf einem muckeligen Herbstspaziergang haben wir heute einen kleinen Kunsthandwerkladen besucht. Eine sehr nette Frau machte dort aus farbigem Glas wunderschöne Anhänger für Bäume. Kleine Mosaike, in denen sich die Sonnenstrahlen fangen können.




Schnell kamen wir ins Gespräch. Auch über meine Näherei haben wir uns unterhalten. Irgendwie war es auf einmal ein Gespräch auf Augenhöhe – quasi unter Kunsthandwerkerinnen.
Das war ein schönes Gefühl, dass sie auch in mir jemanden sah, der kreativ tätig war. Für drei Sekunden fühlte ich mich wie Wonderwoman.




Für mich wunderschön, weil es ja immer mein Traum war, mich kreativ ausdrücken zu können. Ich habe es immer bewundert, wenn jemand in diesen Bereichen ein Talent hat. Ich fand mich da allerdings äußerst durchschnittlich begabt. Ich singe gern – aber nicht wirklich überzeugend. Ich male gern – Es reicht aber nur, um damit Kindergartenkinder zu begeistern. Ansonsten würde ich ungern jemandem meine Bilder zumuten. Töpfern – Fehlanzeige, Basteln – kreativ, aber definitiv nicht mit dem Wow-Effekt.



Nähen, das war es aber definitiv, vom ersten Moment an. Genau meins. Auch wenn ich lange Zeit noch das ungute Gefühl hatte, dass bald jemandem auffallen würde, dass ich nur tarne und täusche und in Wahrheit gar nicht weiß, was ich da tue.




Im letzten Jahr habe ich allerdings etwas mehr an Selbstvertrauen gewonnen. Ich weiß mittlerweile ziemlich gut, was ich kann und was nicht.




Trotzdem freue ich mich immer noch wie Bolle, wenn jemand so viel Vertrauen in mich setzt, dass er mir einen Stoff zum Vernähen anvertraut.




So wie hier die liebenswerte Tatjana von by-Mami, die mir diesen Altrosa-Traum ihres Jerseysteppers anvertraute. Lieben Dank dafür!




Ich fand ja, dass er förmlich danach schrie, eine Kuscheljacke zu werden. In diesem Fall die Minna von Fadenkäfer. Hier ein Versuch in der kurzen Version. Ich bin ja doch eher ein winziger Mensch, den lange Strickjacken oft erdrücken.




Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass ich auch noch einmal eine lange Variante ausprobieren werde.
Der Herbst schreit doch danach, sich einzukuscheln.




Um den tollen Steppstoff wirken zu lassen, habe ich ihn ganz schlicht verarbeitet und die Jacke nur überall mit einem Fake-Overlockstich in zartgrau abgesteppt.




Was noch anders ist? Ich habe die Kapuze, anders als im Schnitt vorgesehen, gedoppelt. Für mich einfach eine saubere Lösung.




Denn Nähen ist ja nicht nur Kunst, sondern eben auch Handwerk. Und es fühlt sich gut an, wenn man beide Anteile ausleben kann und vor allem mit sich herumtragen kann.




Und so kuschele ich mich entspannt in meine neue Strickjacke und freue mich darauf, hier im Urlaub auf ausgedehnten Spaziergängen hoffentlich noch viel mehr Kunsthandwerk-Lädchen anzuschauen. In der Hoffnung auf neue Inspirationen.




Den wunderschönen Jersey-Stepper bekommt Ihr übrigens hier.











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